Ich muss zugeben: Mit 48 Jahren dachte ich eigentlich, ich hätte im Skatelife schon so ziemlich alles gesehen. Straßen, Plätze, Parkhäuser, Parks, frisch geteerte Radwege – aber eine komplette Sporthalle nur für uns? Das war neu. Und genau das durften wir am Nikolaustag, dem 06.12.2025, zum allerersten Mal erleben.
Schon als ich die Tür zur Halle aufgeschlossen bekommen hab, war da dieses Gefühl von Vorfreude. Der Geruch von Sportboden, die großen Flächen, die Akustik – alles erinnerte mich daran, wie ich selbst in den 80ern das erste Mal eine Rollerdisco betreten habe. Nur dass wir diesmal nicht Gäste waren, sondern eine ganze Session selbst gestalten durften.
Jam-Skate only – und trotzdem voller Energie
Wir hatten vorher klar festgelegt:
Kein Springen, keine Sprungtricks, keine radikalen Moves.
Die Sicherheit geht vor, und es war auch die Bedingung, um Hallenzeiten zu bekommen. Also: Jam-Skaten, Flow, Rhythmus, Balance – das volle Paket an Technik, aber ohne Risiko.
Ein Wermutstropfen gab es allerdings, denn unsere Skateboarder durften nicht mit skaten. Skateboards sind aktuell noch in Sporthallen verboten. Aber an diesem Thema arbeiten wir, denn wer zeigen kann, dass der Hallenboden auch unter Skateboards nicht leidet, der kann auch die Türen für Skateboarder öffnen.
Und wisst ihr was?
Es hat überhaupt nichts gefehlt.
Sobald die Musik lief, die ersten Rollen über den Boden schnurrten und die Halle sich langsam füllte, war klar: Dieser Abend wird etwas Besonderes.
Die großen Runden im Kreis haben sofort 80s-Vibes ausgelöst. Man hätte jederzeit eine Discokugel von der Decke hängen können, und niemand hätte sich gewundert.
Slalom-Hütchen in der Hallenmitte
In der Mitte haben wir ein kleines Slalomfeld aufgebaut – nichts Großes, aber genug, damit alle ein bisschen spielerisch an ihrer Technik feilen konnten. Die Mischung aus entspannten Rundenfahren und kleinen Technikinseln hat den Flow perfekt gemacht.
Und egal ob Inlines oder Rollerskates:
Man hat allen angesehen, dass die Freude im Vordergrund stand.
Kein Leistungsdruck, keine Vergleiche – einfach Rollen, Musik und Community.
Enger Austausch mit den Hausmeistern – Hallenboden im Fokus
Ein wichtiger Punkt für mich als Vorsitzender war der Kontakt zu den Hausmeistern. Wir haben im Vorfeld und während des Abends genau besprochen und geprüft:
- Wie reagiert der Hallenboden auf unsere Rollen?
- Gibt es Gummiabrieb?
- Entstehen Streifen oder Druckstellen?
- Müssen wir irgendwas anpassen?
Die Hausmeister waren super kooperativ und interessiert. Und das Beste: Es gab absolut nichts zu beanstanden.
Keine Spuren, keine Schäden, keinerlei Probleme.
Unsere Wheels haben sich tadellos verhalten – und wir damit auch.
Das war für uns ein riesiger Erfolg, denn es bedeutet:
Wir können weiterhin Hallenzeiten bekommen.
Und es zeigt, dass Skaten in der Halle problemlos möglich ist, solange man verantwortungsvoll und mit Augenmaß unterwegs ist.
Drei Stunden, die wie eine verschwommene Minute wirkten
Von 18:00 bis 22:00 Uhr hatten wir die Halle gebucht, aber waren effektiv drei Stunden auf Rollen unterwegs. Drei Stunden, die sich angefühlt haben wie eine Mischung aus Nostalgieflash und Zukunftsvision.
Alle waren im Flow, alle hatten Spaß – und obwohl wir uns die Halle geteilt haben, hatte jeder genügend Platz. Dieses Zusammenspiel aus Musik, Raum und Bewegung war einfach magisch.
Ich habe irgendwann auf die Uhr geschaut, und plötzlich waren fast drei Stunden vergangen. Niemand wollte so recht aufhören – aber ein guter Abend hört besser auf, bevor die Beine schlappmachen.
Fazit
Ich bin ehrlich: Ich bin stolz!
Stolz auf unsere Community, auf den verantwortungsvollen Umgang mit der Halle, auf die gute Zusammenarbeit mit den Hausmeistern – und darauf, dass wir etwas geschaffen haben, das sich richtig, richtig gut anfühlt. Ein großer Dank geht auch an den KSB und vor allem an Jessika K., die uns 100% unterstützt hat und dies für uns alle überhaupt erst ermöglicht hat!!! Vielen lieben Dank Jessika!!!
Nikolaus hat uns dieses Jahr nichts in den Stiefel gelegt, sondern uns drei Stunden Hallenzauber geschenkt.
Und wenn das unsere Premiere war, dann kann ich kaum erwarten, was noch alles kommt.
Roll on – wir sehen uns beim nächsten Training!
Euer 1. Vorsitzender




